NIS-2-Projektplan: So setzen Unternehmen die Anforderungen strukturiert und pragmatisch um

In Ihrem Unternehmen ist mit Sicherheit bekannt: NIS-2 ist für uns relevant. Wenn Sie Ihre Betroffenheit von der NIS-2-Richtlinie geklärt haben, sind auch Ihre Pflichten und Anforderungen klar. Die nächsten Fragen lauten jetzt: Wo fangen wir an? Wer muss eingebunden werden? Wie lange dauert das? Wer unterstützt uns? Der Weg zu einem überschaubaren NIS-2-Projektplan muss zu unterschiedlichen Ausgangslagen passen (mit/ohne ISMS, Dienstleister vs. produzierender Mittelstand, mit/ohne OT) und für jedes Unternehmen individuell ausgestaltet werden, aber einige Stationen des Weges sind immer gleich.

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Zwischen Pflicht und Machbarkeit – wie groß sollte Ihr NIS-2-Projekt sein?

NIS-2 bringt für direkt betroffene Unternehmen klare Pflichten und Fristen und für indirekt betroffene Unternehmen regelmäßig explizite Kundenanfragen zu Cybersicherheitsthemen. Gleichzeitig sind Zeit, Budget und Fachkräfte häufig begrenzt und strikt auf Ihr Kerngeschäft zugeschnitten, so dass Ressourcen für ein NIS-2-Projekt nicht oder kaum vorhanden sind. Der Projektumfang (Scope) kann daher nicht einfach aus der Richtlinie oder den eingehenden Kundenanfragen „abgelesen“ werden – er muss zu Ihrer Betroffenheit, Ihrem Risiko und Ihren Ressourcen passen.

Drei Blickwinkel, die Sie zusammen denken sollten:

  • Rechtliche Betroffenheit: Sind wir direkt NIS-2-pflichtig oder vor allem über Kunden/Lieferkette betroffen – und welche Aufsichts- oder Meldepflichten ergeben sich konkret?
  • Geschäftskritikalität und Risiko: Welche Prozesse, Standorte und Systeme (inkl. OT) wären bei Ausfall oder Angriff wirklich geschäftsentscheidend – für uns und unsere Kunden?
  • Markt- und Kundenanforderungen: Welche Nachweise, Fristen und Sicherheitsniveaus erwarten unsere wichtigsten Kunden, Verbände oder Konzernpartner?

 

Entwicklung Ihres Projektscopes


Nutzen Sie die folgenden vier Fragen als kompakten Rahmen, um den Umfang Ihres NIS-2-Projekts realistisch einzugrenzen und bewusst über Pflicht, Kür und Grenzen zu entscheiden.

 

Was ist unser „Muss“?

Sammeln Sie zuerst Anforderungen, die rechtlich nicht verhandelbar oder für zentrale Kundenbeziehungen entscheidend sind.

 

Was ist unser „Soll“?

Ergänzen Sie Maßnahmen, die Sicherheit und Stabilität spürbar erhöhen, ohne das Projekt zu überlasten.

 

Was ist unser „Kann“?

Halten Sie Themen fest, die Sie gerade als Nice to have betrachten oder bewusst in eine zweite Ausbaustufe schieben können, ohne heute unverantwortliche Lücken zu lassen.

 

Was ist unser „Auf keinen Fall“?

Erfassen Sie Punkte, die Risiken für den Projekterfolg selbst darstellen oder den Projektscope in eine Dimension verschieben, die eine übermäßige Belastung für das Unternehmen darstellt oder nicht hinnehmbare Störungen im Betriebsablauf verursachen könnte.

 
  

 

Wo Priorisierung und Kompromisse möglich sind


An diesen drei Stellschrauben können Sie den Umfang Ihres NIS-2-Projekts steuern, ohne Ihre Pflichten aus den Augen zu verlieren.

  • Scope: Beginnen Sie mit den kritischsten Standorten, Services und Systemen statt mit „alles auf einmal“. So reduzieren Sie Risiko und Kundendruck schnell, ohne das Projekt zu überladen.
  • Reihenfolge: Setzen Sie zuerst Maßnahmen um, die Sicherheit, Verfügbarkeit und Nachweisfähigkeit deutlich erhöhen. Themen mit Komfort- oder Optimierungscharakter können bewusst nachgelagert werden.
  • Dokumentationstiefe: Für den Einstieg reicht oft „gut genug“ – wichtig ist, dass Entscheidungen nachvollziehbar, ehrlich und ausbaufähig dokumentiert sind, statt auf perfekte Formulierungen zu warten.

So entsteht ein NIS-2-Projektplan, der Ihre Pflichten ernst nimmt, aber zu Ihrer Realität passt – und Schritt für Schritt erweitert werden kann.

 

Drei typische Ausgangslagen – und was das für Ihren NIS-2-Projektplan bedeutet

Nicht jedes Unternehmen startet an derselben Stelle. Für einen realistischen NIS-2-Projektplan ist es wichtig, den eigenen Reifegrad ehrlich einzuordnen – dann werden Umfang, Dauer und Rollen deutlich leichter planbar.

Die folgenden drei Szenarien bieten eine einfache Orientierung.


Szenario 1:
 „Wir starten fast bei null“


In Ihrem Unternehmen gibt es kaum dokumentierte Sicherheitsstrukturen und kein formales ISMS. NIS-2 ist als Thema im Unternehmen neu, es existieren einzelne technische oder organisatorische Maßnahmen, die aber nur isoliert auf Teilbereiche ausgerichtet sind.

Was das bedeutet:

  • Typische Ausgangslage: Verantwortlichkeiten sind unscharf, Risiken und Maßnahmen sind nicht systematisch erfasst, Nachweise liegen verstreut oder gar nicht vor.
  • Projektziel: Zunächst ein tragfähiges Mindestniveau schaffen – mit klaren Rollen, einem ersten Überblick über Risiken und kritische Systeme sowie einem einfachen, aber funktionierenden Grundgerüst an Prozessen.
  • Auswirkung auf den Projektplan: Der Fokus liegt auf Grundlagenarbeit (Betroffenheit, Reifegrad, Steuerungsstrukturen (Governance), Basisprozesse). Der Plan sollte mehr Zeit für Bestandsaufnahme, Abstimmung und Sensibilisierung vorsehen und mit einem schlanken Scope starten.

     

Szenario 2: 
„Es gibt schon vieles, aber nicht als System“


In Ihrem Unternehmen existieren bereits zahlreiche Maßnahmen: Richtlinien, technische Schutzmaßnahmen, vielleicht erste Notfall- und Incident-Prozesse. Verantwortlichkeiten und Abläufe sind jedoch historisch gewachsen und nicht als ISMS strukturiert.

Was das bedeutet:

  • Typische Ausgangslage: Vieles wird „irgendwie“ gemacht, aber es fehlt der Gesamtüberblick. Doppelarbeit, Lücken und uneinheitliche Vorgehensweisen sind wahrscheinlich.
  • Projektziel: Ordnung schaffen, Lücken schließen und Nachweise bündeln – also aus vielen Einzelaktivitäten ein konsistentes System machen, das NIS-2-Anforderungen nachvollziehbar trägt.
  • Auswirkung auf den Projektplan: Der Plan kann auf vorhandenen Bausteinen aufsetzen und stärker auf Konsolidierung, Gap-Analyse und Priorisierung setzen. Die Laufzeit ist oft kürzer als in Szenario A, sofern die vorhandenen Maßnahmen gut dokumentiert und zugänglich sind.

Szenario 3: 
„ISMS/ISO 27001 ist vorhanden oder geplant“


In Ihrem Unternehmen existieren bereits ISMS-Strukturen nach ISO 27001 – eventuell sogar mit Zertifizierung – oder ein ISMS-Projekt ist gestartet. NIS-2 soll auf diesem System aufsetzen, nicht parallel dazu laufen.
 

Was das bedeutet:

  • Typische Ausgangslage: Rollen, Risiken, Maßnahmen und Nachweise sind grundsätzlich vorhanden. Es fehlen vor allem NIS-2-spezifische Ergänzungen (z. B. Meldewege, Lieferkettenanforderungen, Erfüllung rechtlicher Pflichten).
  • Projektziel: NIS-2 gezielt in Scope, Prozesse und Nachweise integrieren, vorhandene Stärken des ISMS konsequent nutzen und noch bestehende Lücken schließen.
  • Auswirkung auf den Projektplan: Der Schwerpunkt liegt auf Mapping und Nachschärfen: Betroffenheit prüfen, NIS-2-Anforderungen auf das bestehende ISMS mappen, Lücken priorisieren und Nachweise bündeln. Die Projektlaufzeit ist häufig moderat, wenn ISMS-Prozesse bereits gelebt werden.
     

Der Projektfahrplan: NIS-2-Projektphasen im Überblick

Unabhängig von Ihrem Reifegrad und dem konkreten Maßnahmenumfang Ihres NIS-2-Projekts gibt es typische Projektphasen, die Sie in der Praxis der Reihe nach umsetzen können. 

Sechs Phasen, die fast jedes NIS-2-Projekt durchläuft


Die folgenden sechs Phasen eignen sich gut als Grundlage für Ihren NIS-2-Projektplan. Für jede Phase ist kurz skizziert, was zu tun ist und welchen Mehrwert Ihr Unternehmen am Ende erreicht.

1

Vorbereitung und Scoping


Was ist zu tun? Betroffenheit klären, Ziele definieren, groben Projektumfang und Beteiligte festlegen (inkl. IT, Fachbereiche, ggf. OT, Datenschutz, Informationssicherheit).


Was erreichen Sie: Sie wissen, warum Sie das NIS-2-Projekt machen, wer beteiligt ist und was im ersten Schritt im Fokus steht – statt mit einem unklaren Scope zu starten.

2

Reifegrad- und Betroffenheitsanalyse


Was ist zu tun? Ist-Stand der Informationssicherheit erfassen: bestehende Maßnahmen, Rollen, Richtlinien und Nachweise sammeln; direkte und indirekte NIS-2-Betroffenheit konkretisieren.


Was erreichen Sie: Sie bekommen ein realistisches Bild, wo Sie heute stehen, wo Risiken und Lücken liegen und welche Anforderungen aus NIS-2 und aus Kundenbeziehungen tatsächlich auf Sie zukommen.

3

NIS-2-Gap-Analyse


Was ist zu tun? Anforderungen aus NIS-2 (z. B. Governance, Risikomanagement, Incident-Management, Lieferkette, Nachweise) systematisch mit Ihrem Status quo vergleichen und Lücken dokumentieren.


Was erreichen Sie: Aus einem abstrakten Gesetzestext wird eine konkrete Liste von Handlungsfeldern, sortiert nach Themen – die Grundlage für einen fokussierten NIS-2-Projektplan.

4

Priorisierung und Projektplanung


Was ist zu tun? Risiken, Aufwand und Abhängigkeiten bewerten; Maßnahmen clustern, priorisieren und in einen realistischen Zeit- und Maßnahmenplan überführen. Verantwortlichkeiten und Meilensteine festlegen.


Was erreichen Sie: Sie haben einen klaren NIS-2-Projektplan, der zu Ihren Ressourcen passt – statt einer Wunschliste ohne Reihenfolge und Verantwortliche.

5

Umsetzung und Verankerung


Was ist zu tun? Geplante Maßnahmenpakete umsetzen: Richtlinien und Prozesse schärfen, technische Maßnahmen einführen oder anpassen, Schulungen durchführen, Reporting- und Entscheidungswege etablieren.


Was erreichen Sie: Aus Plan wird gelebte Praxis – NIS-2-Anforderungen sind nicht nur beschrieben, sondern im Alltag verankert und nachweisbar.

6

Übergang in den laufenden Betrieb


Was ist zu tun? Vom Projektmodus in den Regelbetrieb wechseln: Jahresplan, regelmäßige Reviews, interne Audits, Lessons Learned und Updates bei Änderungen (z. B. neue Kundenanforderungen, neue Systeme).


Was erreichen Sie: NIS-2 wird Teil Ihres normalen Sicherheits- und Compliance-Managements. Sie können gegenüber Kunden, Aufsicht und Auditoren zeigen, dass Informationssicherheit dauerhaft gesteuert wird – nicht nur einmalig im Projekt.

Wie könnte Ihre NIS-2-Projektplanung aussehen?


Wenn Sie ein erstes Gefühl für den Aufwand einer NIS-2-Umsetzung in Ihrem Unternehmen gewinnen möchten, sprechen Sie uns gerne an und vereinbaren ein kurzes Orientierungsgespräch, um Ihre Ausgangslage und typische Projektvarianten zu besprechen – eine ideale Basis für Ihre NIS-2-Projektplanung.

Thomas Kraft
Consultant Informationssicherheit

Rollen, Verantwortlichkeiten und Zusammenarbeit im NIS-2-Projekt

Ein NIS-2-Projekt ist kein reines IT-Thema. Damit es im Unternehmen nicht „nebenbei“ versandet, braucht es klar benannte Rollen, einen tragfähigen Kernkreis und ein abgestimmtes Zusammenspiel zwischen Fachbereichen, IT, OT, Informationssicherheit, Datenschutz und Geschäftsleitung. 

Klären Sie zum Projektstart, wer zum NIS-2-Kernteam gehören soll, welche Verantwortung diese Personen tragen und wie die Zusammenarbeit im Projektalltag funktioniert.

Wer sollte mindestens im Kernteam sitzen?


 

Geschäftsführung/Managementvertretung

Trägt die Gesamtverantwortung, stellt Priorität und Ressourcen sicher und trifft Grundsatzentscheidungen (Scope, Zielniveau, Freigabe von Richtlinien und Maßnahmen).

Projektleitung NIS-2/ISMS

Steuert das Projekt operativ, koordiniert Termine und Ergebnisse, hält den Projektplan aktuell und ist erste Anlaufstelle für Fragen aus den Fachbereichen.

IT-Verantwortliche und OT-Verantwortliche (falls relevant)

Bringen Wissen zu Systemlandschaft, Schnittstellen, technischen Risiken und Umsetzbarkeit von Maßnahmen ein. Bei OT sind insbesondere Produktions- und Instandhaltungsverantwortliche einzubinden.

Informationssicherheitsbeauftragte/r oder ISMS-Verantwortliche/r (falls vorhanden)

Sorgt für die fachliche Einordnung der Anforderungen, stellt den Bezug zu bestehenden Sicherheitsstrukturen und ggf. zum ISMS nach ISO 27001 her und achtet auf Konsistenz der Prozesse.

Fachbereichsvertretungen aus kritischen Prozessen

Kennen die Abläufe in den betroffenen Geschäftsbereichen (z. B. Produktion, Logistik, Kundenservice) und bringen Praxiswissen zu Risiken, Auswirkungen und machbaren Maßnahmen ein.

Datenschutzbeauftragte/r (intern oder extern)

Wird eingebunden, wenn personenbezogene Daten in kritischen Prozessen eine Rolle spielen oder sich Anforderungen aus NIS-2 mit Datenschutzanforderungen überschneiden.

 

 

Wie die Zusammenarbeit im NIS-2-Projekt gut gelingt


  • Klare Verantwortlichkeiten: Für jede Phase des Projekts ist definiert, wer führt, wer mitwirkt und wer entscheidet – Dokumentation z. B. in einer einfachen RACI-Matrix.
  • Regeltermine mit Fokus: Statt vieler ad-hoc-Runden gibt es wenige, gut vorbereitete Regeltermine (z. B. Lenkungskreis und Arbeitstreffen), in denen Entscheidungen getroffen und Aufgaben verteilt werden.
  • Transparente Kommunikation: Ergebnisse, Entscheidungen und nächste Schritte werden so festgehalten, dass auch nicht direkt Beteiligte nachvollziehen können, wo das NIS-2-Projekt steht.
  • Anbindung an bestehende Gremien: Wo möglich, werden vorhandene Strukturen (z. B. ISMS-Board, IT-Steuerkreis, Datenschutzgremium) genutzt, um Doppelstrukturen zu vermeiden.

Eine saubere Rollenklärung und ein stabiles Kernteam sind die Basis dafür, dass Ihr NIS-2-Projekt nicht an Zuständigkeitsfragen scheitert – und dass externe Unterstützung gezielt andocken kann.

 

Brauchen wir einen Dienstleister für unser NIS-2-Projekt?

Nicht jedes Unternehmen muss sein NIS-2-Projekt mit externer Unterstützung umsetzen – aber für viele ist es der Unterschied zwischen „wir fangen an und bleiben stecken“ und „wir kommen strukturiert zum Ziel“. Wichtig ist eine ehrliche Einschätzung: Haben wir intern Zeit, Erfahrung und Ressourcen, um NIS-2 neben dem Tagesgeschäft zu steuern?

Wann ein Dienstleister besonders hilfreich ist


  • Sie haben deutlichen Zeitdruck durch Fristen, Kundenanforderungen oder Audits.
  • Es gibt viele Maßnahmen, aber niemand mit Erfahrung, daraus einen machbaren Projektplan zu bauen.
  • Sie wollen NIS-2 direkt mit einem ISMS oder einer ISO-27001-Zertifizierung verknüpfen.
  • Sie brauchen Moderation zwischen Fachbereichen, IT, OT und Geschäftsleitung.

 

Wann ein internes Projekt realistischerweise ausreicht


  • Sie haben bereits ISMS- oder Audit-Erfahrung im Haus und Zeit dafür eingeplant.
  • Es gibt klare interne Zuständigkeiten und ein Kernteam, das das Projekt tragen möchte.
  • Die Anforderungen sind überschaubar (z. B. vor allem indirekte Betroffenheit über Kunden) und es existiert bereits eine gute Sicherheitsgrundlage.

 

Woran Sie einen geeigneten Dienstleister erkennen


  • Er versteht sowohl NIS-2 als auch ISMS/ISO 27001 und kann beides verbinden.
  • Er fragt nach Ihrer konkreten Situation (Branche, OT-Anteil, Kundenanforderungen), statt sofort Standardpakete zu verkaufen.
  • Er legt mit Ihnen einen realistischen Projektplan fest – inklusive Phasen, Rollen und Entscheidungspunkten. 

 

Realistische Zeit- und Aufwandseinschätzung für Ihr NIS-2-Projekt

Eine ehrliche Zeit- und Aufwandseinschätzung ist für den Erfolg Ihres NIS-2-Projekts entscheidend – sie schützt vor Überforderung im Tagesgeschäft und vor falschen Erwartungen gegenüber Geschäftsführung oder Kunden. Statt nur „Monate“ zu schätzen, lohnt es sich, die Einflussfaktoren zu verstehen.

Typische Projektlaufzeiten nach Reifegrad


Die folgenden Bandbreiten ersetzen keine individuelle Planung, geben aber eine Orientierung, wie lange es bis zu einem belastbaren NIS-2-Stand dauern kann:

 

Szenario 1


ISMS vorhanden, NIS-2-Ergänzung



Unternehmen mit etabliertem ISMS nach ISO 27001 und klaren Rollen. Fokus auf Betroffenheitsanalyse, NIS-2 zu ISO 27001-Mapping, Ergänzung von Governance, Meldepflichten und Nachweisen. 

 

Realistisch: etwa 3-6 Monate (je nach Größe Ihres Unternehmens) bis zu einem belastbaren NIS-2-Stand.
 

Szenario 2


Grundstrukturen vorhanden, aber kein formales ISMS


Es gibt Sicherheitsmaßnahmen, Richtlinien und erste Notfallkonzepte, aber kein durchgängiges Managementsystem. NIS-2-Umsetzung umfasst Reifegradanalyse, Strukturierung der Maßnahmen, Lückenschluss und Dokumentation. 
 

Realistisch: etwa 6-12 Monate (je nach Größe Ihres Unternehmens), abhängig von Ressourcen und Entscheidungswegen. 

Szenario 3


Einstieg fast bei null
 


Informationssicherheit ist bislang eher ad hoc organisiert, Zuständigkeiten und Prozesse sind kaum definiert. NIS-2 erfordert hier Aufbau von Grundlagen (Rollen, Richtlinien, Risikomanagement, Incident-Management) und schrittweisen Ausbau. 

Realistisch: 12-24 Monate, je nach Unternehmensgröße, Komplexität und Verfügbarkeit von internem und externem Know-how. 

Diese Bandbreiten sollten Sie mit weiteren Einflussfaktoren zusammen betrachten, dann wird schnell klar, warum ähnliche Unternehmen zu unterschiedlichen Projektlaufzeiten kommen.

Weitere wichtige Einflussgrößen für Dauer und Aufwand:

  • Scope und Komplexität: Anzahl Standorte, betroffene Services, OT-Anteil, Anzahl kritischer Dienstleister und Systeme erhöhen Planungs- und Umsetzungsaufwand.
  • Ressourcen und Verfügbarkeit: Wie viel Zeit können Schlüsselpersonen (IT, OT, Fachbereiche, Informationssicherheit) realistisch in das Projekt einbringen?
  • Entscheidungswege: Klare und schnelle Entscheidungen verkürzen Abstimmungsschleifen und Wartezeiten spürbar.
  • Zielbild: Arbeiten Sie auf ein Minimum-Niveau zur Risikoreduktion hin – oder auf ein strategisches Zielbild mit ISMS-Zertifizierung und hohem Reifegrad?

 

Was die Projektlaufzeit verkürzt – und was sie verlängert


Typische „Verkürzer“:

  • Klares Mandat der Geschäftsleitung: Priorität ist ausgesprochen, Konflikte mit anderen Projekten werden früh geklärt.
  • Definierter Scope: Es ist festgelegt, welche Organisationsteile, Standorte und Systeme im ersten Schritt im Fokus stehen.
  • Vorhandenes ISMS / gute Dokumentation: Risiken, Rollen und wesentliche Prozesse sind bereits erfasst, Nachweise sind auffindbar.
  • Zentrales Kernteam: Ein kleines, stabiles Team trägt das Projekt und trifft abgestimmte Entscheidungen.
  • Pragmatische Priorisierung: Fokus auf Maßnahmen mit hohem Risiko- und Kundeneffekt, statt alles gleichzeitig angehen zu wollen.

 

Typische „Verlängerer“:

  • Scope noch in Klärung: Umfang und Zuständigkeiten werden erst schrittweise präzisiert, was zusätzliche Abstimmungsrunden und Rückkopplungen erforderlich macht.
  • Begrenzte Verfügbarkeit im Alltag: Schlüsselpersonen sind stark im operativen Geschäft eingebunden, daher stehen nur begrenzte Zeitfenster für Projektarbeit zur Verfügung.
  • Gleichzeitige wichtige Vorhaben: Weitere IT- oder Organisationsprojekte laufen parallel und beanspruchen die gleichen Fach- und Entscheidungsträger.
  • Mehrstufige Entscheidungswege: Entscheidungen müssen nacheinander in mehreren Gremien abgestimmt werden, wodurch zusätzliche Zeit bis zur Freigabe eingeplant werden muss.
  • Hoher Anspruch an Dokumentationsqualität: Es wird bereits zum Projektstart eine perfekte Ausarbeitung aller Unterlagen erwartet, was schnelle und pragmatische Umsetzungserfolge verzögert.

Praktischer Tipp: Planen Sie Ihr NIS-2-Projekt in Etappen (z.  B. 3–6-Monats-Blöcke) mit klaren Zwischenzielen. So bleiben Sie steuerungsfähig und können nach jeder Etappe Aufwand, Nutzen und nächste Schritte neu bewerten.

 

Quick-Checkliste: Sind wir bereit für ein NIS-2-Projekt?

Ganz kurz zusammengefasst: Ihrem Start ins NIS-2-Projekt steht nichts mehr im Wege, wenn Sie diese 6 Punkte abhaken können.

  • Wir wissen grob, ob wir direkt oder indirekt von NIS-2 betroffen sind.
  • Geschäftsführung und zentrale Stakeholder sind informiert und grundsätzlich einverstanden, ein NIS-2-Projekt zu starten.
  • Es gibt mindestens eine verantwortliche Person, die das Projekt intern steuert.
  • Wir haben einen ersten Überblick über unsere kritischen Prozesse, Systeme und Dienstleister (inkl. OT, falls relevant).
  • Wir können vorhandene Richtlinien, Prozesse und Nachweise zusammentragen.
  • Wir haben eine Vorstellung davon, wie viel wir selbst leisten können und wo externe Unterstützung sinnvoll wäre.

FAQ

Beginnen Sie mit einem Scoping-Workshop: Betroffenheit klären, Ziele festlegen und priorisieren, Kernteam benennen und eine grobe Roadmap mit ersten Schritten definieren.
Geschäftsführung bzw. Management, eine Projektleitung für NIS-2/ISMS, IT- und OT-Verantwortliche, der/die Verantwortliche für Informationssicherheit, Vertreter aus den wichtigsten betroffenen Fachbereichen sowie ggf. der/die Datenschutzbeauftragte.
Je nach Reifegrad und Scope meist zwischen 3 und 24 Monaten. Entscheidend sind vorhandene Strukturen (z. B. ISMS), Ressourcen, Komplexität und wie klar der Projektrahmen definiert ist.
Fachliches Wissen über Ihre Prozesse, Systeme und Risiken liegt bei Ihnen. Externe Unterstützung ist vor allem bei Strukturierung, Gap-Analyse und Projektsteuerung hilfreich.
Nein. Oft ist es sinnvoll, mit den kritischsten Standorten, Services und Systemen zu starten und das Projekt schrittweise zu erweitern – abgestuft nach Kritikalität und abgestimmt auf die vorhandenen Ressourcen.
Wenn Zeitdruck, fehlende Erfahrung oder begrenzte Kapazitäten bestehen oder NIS-2 mit einem ISMS bzw. einer ISO-27001-Zertifizierung verbunden werden soll.
Nutzen Sie Ihr ISMS als Basis: NIS-2-Anforderungen mappen, Lücken identifizieren, Maßnahmen priorisieren und Nachweise bündeln. So vermeiden Sie doppelte Strukturen.
Die Kosten hängen stark von Reifegrad, Scope und Unterstützungsbedarf ab. Klar definierte Ziele und ein realistischer Projektplan helfen, Aufwand und Budget gut steuerbar zu halten.

Bereit für die nächsten Schritte zur Umsetzung der NIS-2-Richtlinie?

Schauen Sie sich weiter in unserer Ressourcen-Sammlung zur NIS-2-Umsetzung um: Von spezifischen Informationen für Ihren Unternehmenstyp über die detaillierte Darstellung der Zusammenhänge zwischen NIS-2 und ISO 27001 bis zu Hinweisen zur erfolgreichen Projektplanung werden die wichtigsten Fragen beantwortet. 

Für einen aktuellen Überblick zur NIS-2-Implementierung in Deutschland besuchen Sie unser Webinar und stellen dort auch gleich Ihre Fragen an unseren Referenten. 

Sobald Sie bereit sind, mit Ihrer NIS-2-Umsetzung zu starten, schauen Sie gerne auf unseren Leistungsseiten rein, um zu erfahren, wie wir Sie als erfahrener Dienstleister konkret unterstützen können.

 

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NIS-2: Updates, Stand und Implementierung


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Unsere Leistungen: Wie wir Sie bei Ihrer NIS-2-Umsetzung unterstützen können


 

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ISO 27001 Begleitung


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Informationssicherheitsaudit (ISMS-Audit)


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