Trotz stürmischer Vorzeichen, aufgrund des wütenden Sturmes: „Sabine“, haben wir uns gemeinsam mit unseren Partnern über einen vollen Veranstaltungssaal und zahlreiche Gäste gefreut. Etwa 120 Gäste fanden ihren Weg in die Wirtschaftsuniversität Wien am 11. Und 12. Februar 2020.  Die Herausforderung, die es während der Veranstaltung zu besprechen galt: Im Rahmen der Digitalisierung steigt das weltweite Datenvolumen von Unternehmen stetig an. Das Ziel unserer Veranstaltung war es demnach datenschutzrechtlich konforme Lösungen zur nachhaltigen Zukunft von Unternehmen – besonders praxisorientiert – zu vermitteln.

Referenten aus den verschiedensten Bereichen zeigen Beispiele und Lösungen aus der Praxis

Den Auftakt der Referenten machte Max Schrems, welcher interessante Einblicke in die Gerichtsverfahren gegen Facebook geben konnte. Probleme, die er ansprach, sind der fehlende Aktivismus der zuständigen Aufsichtsbehörden Verfahren abzuschließen und die Urteile auch durchzusetzen. Als Lösung bietet sein gegründeter Verein: „noyb“ die Möglichkeit für Privatpersonen Sammel-Datenschutzklagen gegen Unternehmen einzubringen. Er setzt sich somit als Datenschutz-Aktivist dafür ein, dass der Datenschutz wirksam durchgesetzt wird.


Der Festsaal 1 der Wirtschaftsuniversität Wien, Veranstaltungsort des 1. Österreichischen Fachkongress „Datenschutz in der Praxis“.

Katharina Nocun zeigte interessante Praxisbeispiele zum Thema, wie Unternehmen Daten sammeln und was sie mit der Analyse dieser Daten alles vorhersagen können. In einem Selbstversuch forderte sie ihre gesammelten Daten von Unternehmen an und analysierte die Aussagekraft dieser Daten. Viele sensible und persönliche Daten werden von großen Unternehmen erhoben und gespeichert. In ihrem Vortrag machte Katharina Nocun deutlich, dass Datenschutz ein Prädikat für Unternehmen sein kann, wenn sie im Gegensatz zu den von ihr vorgestellten Unternehmen datenschutzkonform arbeiten und dies auch nach außen tragen. Sie forderte außerdem auch mehr technische Lösungen zur Umsetzung der DS-GVO.

Michael Mrak zeigte die Zusammenhänge der DS-GVO mit anderen vergleichbaren internationalen Gesetzen. Er erläuterte, dass der California Privacy Act (CCPA), welcher in Kalifornien gültig ist, weitgehend deckungsgleich mit der DS-GVO ist. Zum Thema Big Data und Datenschutz sieht er die Herausforderung darin, dass die meisten Big Player in diesem Bereich aus den USA kommen und man Regulierungslücken durch eine Harmonisierung des CCPA forcieren sollte, um dem CCPA internationale Relevanz zu verschaffen.

Michael Mrak bei seinem Vortrag zum Thema: Datenschutz – über den Tellerrand geblickt.

Das Ex Vorstandsmitglied der Postbank und Schufa – Rainer Neumann – sprach über Datenlöschkonzepte. Er zeigte auf, dass von den größeren Unternehmen inzwischen etwa die Hälfte ein solches Konzept erstellt haben. Darüber hinaus müsste es gelebte Workflows geben, um Daten zu löschen und auch die Wirksamkeit der Konzepte müsste nachgewiesen werden.

Die Cybersecurity-Expertin Christine Deger zeigte, dass viele Unternehmen im Moment Probleme mit Ransomware Attacken haben. Verschlüsselungs-Trojaner sorgen dafür, dass Unternehmen nicht mehr arbeiten können und dann ein Lösegeld zahlen sollen, um wieder entschlüsselt zu werden. Sie übernimmt in diesen Fällen die Beratung betroffener Unternehmen und sorgt dafür, dass die IT-Sicherheit, durch verschiedene Maßnahmen in Unternehmen verbessert wird. Christine Deger erläuterte, dass Datenschutz und die IT-SICHERHEIT Hand in Hand gehen und zusammenarbeiten sollten, um einen ganzheitlichen Schutz für Unternehmen zu gewährleisten.

Von der Datenschutzbehörde Österreich war Andreas Zavadil vor Ort auf dem Fachkongress. Er sprach darüber, dass die Anfragen, Beschwerden und „Data Breach Notifications“ bei der Behörde mit dem Start der DS-GVO deutlich zugenommen haben. Er zeigte die verschiedenen Befugnisse der Aufsichtsbehörde und sieht diese durch die DS-GVO insgesamt gestärkt. Des Weiteren verwies er auf die ersten Bußgelder, die in Österreich verhängt wurden.

Eine Podiumsdiskussion sowie ein Rahmenprogramm in der schönen Stadt Wien rundeten die gelungene Veranstaltung ab. Die Veranstaltung veranstaltete die audatis Services GmbH in Kooperation mit der die FTAPI Software GmbH, der impetus Unternehmensberatung GmbH und der xalevi Solutions GmbH.

2. Tag des 1. Österreichischen Fachkongress mit Fokus auf den Anwender

Am zweiten Tag präsentierten die Partner den anwesenden Teilnehmern Strategien, Lösungen und Praxisbeispiele, mit denen sich der Weg in die digitale Zukunft sicher realisieren lässt. Mit Anwendern der Datenschutzmanagement-Software: audatis MANAGER wurden neue Funktionen und deren Anwendung, sowie die weitere Roadmap für 2020 diskutiert. Weitere Fachthemen, wie das Risikomanagement, wurden besprochen und ein intensiver Erfahrungsaustausch konnte zwischen den Teilnehmern stattfinden. Auch Interessenten aus Österreich wurde die Datenschutzmanagement-Software vorgestellt und die Möglichkeiten sowie die verschiedenen Anwendungsfelder erläutert.

Autor: DB