Mit der App FaceApp, welche momentan die sozialen Medien und Messenger-Dienste „erobert“, lassen sich mit einer modernen Gesichtserkennungs- und Bildbearbeitungssoftware wesentliche Merkmale von Gesichtern verändern. Der Reiz sein späteres oder früheres Ich zu sehen erscheint sehr nachvollziehbar. Besonders das Ergebnis des „Verjüngungsfilters“, welches man mit älteren Fotos vergleichen kann, lässt darauf schließen, welch großartige Qualität die Software hinter dieser App innehat. Der Vollständigkeit halber sei erwähnt, dass auch Haarfarben, Frisuren, Emotionen, etc. durch FaceApp verändert werden können. Eines haben die Funktionen jedoch alle gemeinsam: Sie verarbeiten zumeist frontal aufgenommene Fotos von Menschen.

Verbraucher- und Datenschützer kritisieren die umfassende Verarbeitung der Fotos. Zumal der Anwender mit der Nutzung der App und der damit verbundenen Zustimmung zu Nutzungsbedingungen dem Betreiber der App (einem russischen Unternehmen mit Sitz in St. Petersburg) extrem umfassende Bildnutzungsrechte zugesteht.

Die Verarbeitung der Bilder findet nach Angaben des Geschäftsführers Yaroslav Goncharov auf AWS (Amazon Web Services) – Servern statt.

Wie lange die Daten auf den Servern verbleiben und wie umfassend die Datenbank an Gesichtsscans im Endeffekt nachher ist, bleibt wohl recht intransparent. Die Nutzungszahlen von FaceApp sind allerdings sehr hoch, was für eine beachtliche Größe der Datenbank sprechen dürfte.

Besonders in einem Zeitalter, in dem wir unser Gesicht als biometrisches Sicherungsmittel für Geräte und teilweise Haustüren nutzen, kann diese Verarbeitung unserer Gesichter noch einmal einen weitreichenderen Effekt bzw. eine Bedrohung nach sich ziehen.

Autor: SK